Heilbronner Künstler

Künstler aus Heilbronn bilden einen Sammel- und Forschungsschwerpunkt unserer Sammlung. In dieser Übersicht haben wir Heilbronner Künstler des 20. Jahrhunderts zusammengestellt, für die wir uns speziell interessieren. Wir befassen wir uns bei der Recherche speziell mit solchen Künstlern aus Heilbronn, zu denen bislang häufig noch nicht oder noch nicht in angemessenem Maß publiziert wurde.

Legende:

– wir forschen zu diesen Künstlern

– wir besitzen Werke dieser Künstler

Haben Sie Informationen, Abbildungen, Materialien oder Dokumente zu den nachfolgend genannten Künstlern? Oder möchten Sie Werke dieser Künstler veräußern? Dann melden Sie sich gerne!


Hermann Andresen (1884-1966), Kunstmaler. Er stammte aus Husum und kam 1907 nach Heilbronn, wo er Zeichenunterricht bei Prof. Eberbach hatte. 1909 zog er nach Stuttgart. 1944 kam er als Evakuierter nach Lauffen, wo er bis zu seinem Tod als Maler wirkte.

Werner Baumann (1925-2009), Grafiker und Kunsterzieher. Er war von 1951 bis 1987 Kunstlehrer am Theodor-Heuss-Gymnasium und schuf zahllose Druckgrafiken.

Carl Rudolf Bertsch (1900-1967), Maler, Schriftsteller und Kunsterzieher. Er wurde als Kunstlehrer 1933 nach Heilbronn strafversetzt und zog 1948 nach Stuttgart. Neben Landschaftsbildern schuf er auch Aquarelle der zerstörten Stadt Heilbronn.

Gerhard Binder (1912-1997), Grafiker. Er gründete nach dem Zweiten Weltkrieg mit Bruno Velten (1910-1967) ein Werbestudio in Heilbronn.

Hanns Blaschek (1907-1989), Maler und Grafiker. Er war Juist und machte im NS-Staat als Verwaltungsbeamter Karriere. Nach Rückkehr aus Gefangenschaft 1955 war er an den Landratsämtern in Heilbronn und Künzelsau. Er war vor allem nach dem Krieg auch als Maler und Grafiker tätig und war von 1958 bis 1983 Vorsitzender des Heilbronner Künstlerbundes.

Willus Brenner (1902-1984), Maler und Kunsterzieher. Ausbildung durch Gottlieb Grau und Walther Eberbach, später Kunststudium in Stuttgart. Ab 1931 Kunstlehrer in Heilbronn.

Oskar Busch (1897-1977), Kunstmaler. Er hatte ab 1957 seine Wohnung und sein Atelier in der Unteren Neckarstraße in Heilbronn. Seine letzten Jahre lebte er in der Sontheimer Straße.

Hal Busse (1926-2018), Kunstmalerin. Sie war die Tochter des Kunstmalers Hermann Busse aus Jagstfeld und lebte mit ihrem Mann, dem Maler Klaus Bendixen (1924-2003) in Stuttgart und Hamburg, bevor sie in den 1980ern nach Heilbronn zurückkehrte. Sie schuf insbesondere abstrakte Werke.

Hermann Busse (1883-1970), Kunstmaler. Er stammte aus Brandenburg und zog 1924 nach Jagstfeld, wo er einen Künstlerkreis um sich initiierte. 1960 zog er nach Heilbronn.

Fritz Dähn (1908-1980), Maler. Er stammte aus Heilbronn und war dort ab 1933 Theatermaler, ging nach dem Zweiten Weltkrieg erst nach Stuttgart und 1948 an die Hochschule nach Weimar, woraufhin er eine akademische Karriere in der DDR machte.

Els Daniel-Stroh (1895-1990), Kunstmalerin. Sie war die Tochter eines Heilbronner Architekten und auch als Autorin tätig. Neben mystischen und kubistischen Werken schuf sie auch einen Bildzyklus mit ihren Eindrücken von der Zerstörung der Stadt Heilbronn 1944.

Walther Eberbach (1866-1944), Maler, Grafiker und Modelleur. Er war von 1899 bis zum Ruhestand 1933 als Kunstlehrer in Heilbronn tätig. Zu seinen Schülern zählten zahlreiche später bekannt gewordene Künstler.

Erwin Enderle (1911-1994), Maler und Kunsterzieher. Er studierte in Stuttgart und war dann Kunstlehrer in Kirchberg/Jagst, ab 1950 in Öhringen. Ab 1953 war er Mitglied im Heilbronner Künstlerbund.

Maria Fitzen-Wohnsiedler (1908-1989), Grafikerin, Keramikerin und Kunstmalerin. Sie war zunächst freischaffende Gebrauchsgrafikerin, wandte sich in den 1930er Jahren der Keramik zu, entwarf nach dem Krieg mehrere Brunnenanlagen sowie Wandkeramiken in Heilbronn und Umgebung und zog 1965 nach Italien, wo sie sich dann der Malerei widmete.

Friedrich Fork (1927-1995), Kunstmaler. Mitglied im Künstlerbund.

Reinhold F. Geist (1927-1977), Maler und Grafiker. War Flachgraveur, später Zeichner bei Fa. Bruckmann und betrieb von 1953 bis 1965 ein Grafikbüro mit Ulrich Beck.

Fritz Gentner (1883-1953), Hobbymaler. Er war ab 1911 städtischer Angestellter in Heilbronn. Nach der Zerstörung von Heilbronn 1944 zog er zu seiner Tochter in den Kreis Schwäbisch Hall.

Gottlieb Grau (1875-1953), Maler und Kunsterzieher. Er war ab 1912 Zeichenlehrer am Lehrerserminar in Heilbronn und von 1934 bis 1944 Vorsitzender des Heilbronner Kunstvereins, außerdem ab 1933 auch NSDAP-Kreiskulturwart.

Bruno Grosse (1892-1976), Maler und Kunsterzieher. Er zählte 1919 zu den Gründern des Heilbronner Künstlerbundes und war mehrmals dessen Vorstand.

Julius Gulbis (1881-1969), Hobbymaler. Er stammte aus Lettland und kam nach dem Zweiten Weltkrieg als Schwergeschädigter nach Heilbronn, wo seine Tochter verheiratet war.

Albert Hammel (1883-1958), Kunstmaler. Er zählte 1919 zu den Gründern des Heilbronner Künstlerbundes, wo er ab 1920 freischaffend tätig war. Ab 1944 lebte er in Lauffen am Neckar. Sein Werk ist von Rudolf Steiner beeinflusst, er war auch Mitbegründer einer anthroposophischen Gruppe in Heilbronn.

Erich Henschel (1907-1984), Grafiker. Er kam nach dem Zweiten Weltkrieg von Königsberg nach Löwenstein-Hirrweiler, wo er ein Büro für Grafik- und Formdesign betrieb. Ab 1970 war er Mitglied im Heilbronner Künstlerbund.

Richard Herda-Vogel (1900-1965), Kunstmaler und Grafiker. Er leitete ab 1926 die lithografische Abteilung der Großdruckerei Volk in Heilbronn und zog nach der Zerstörung der Stadt ins benachbarte Großgartach, wo er sich selbstständig machte. Mitglied im Künstlerbund.

Richard Hohly (1902-1995), Maler, Glaskünstler und Kunsterzieher. Er stammte aus Löwenstein, gehörte ab 1930 der Berliner Sezession und nach dem Zweiten Weltkrieg der Künstlergruppe Der Rote Reiter an. Von 1948 bis 1956 war er Kunsterzieher in Bietigheim, gleichzeitig auch freischaffend tätig. Mitglied im Künstlerbund Heilbronn. 1977 eröffnete er die Felsengalerie in Bietigheim-Bissingen.

Karl Hopfensitz (1935-2020), Hobbymaler. Er kam 1957 als Lehrer nach Heilbronn und war später Rektor an Sonderschulen in Bad Friedrichshall und in Neckarsulm, ab 1980 Schulamtsdirektor der Sonderschulen. Er war Mitglied im Heilbronner Künstlerbund und schuf ein umfangreiches malerisches Werk.

Otto Kainz (1901-1963), Maler, Grafiker und Kunsterzieher. Er stammte aus München, war Professor an der Kunsthochschule in Magdeburg, kam 1942 als Kunstlehrer ans Robert-Mayer-Gymnasium nach Heilbronn und war in den 1950er Jahren als freischaffender Künstler tätig.

Karl Kämpf (1902-1987), Maler und Graphiker. Er war von 1922 bis 1927 Gestalter bei Fa. Bruckmann, studierte dann in Berlin und war dort freischaffend und als Hochschullehrer tätig. Nach 1945 lebte und arbeitete er in Fallingbostel.

Erich Klemm (1918-2012), Maler und Grafiker. Lebte in Erlenbach, war Mitglied im Heilbronner Künstlerbund und Dozent an der Volkshochschule.

Friedrich Knödler (1920-1988), Kunstmaler. Er erhielt seine Ausbildung bei Prof. Eberbach in Heilbronn und war nach 1945 freischaffend in Jagstfeld tätig. 1957 zog er nach Güglingen, 1964 nach Löffingen.

Kurt Krieger (1901-????), Kunstmaler. Er hatte ab 1959 ein Atelier in der Heilbronner Bahnhofstraße, in dem er eigene Gemälde verkaufte und Malunterricht gab. 1973 verzog er nach Lübeck, wo sich seine Spuren verlieren.

Albrecht Lindenmaier (1935-2017), Maler und Kunsterzieher. Er war von 1970-1974 an der deutschen Schule in Bogota in Kolumbien, danach am Robert-Maier-Gymnasium in Heilbronn. Er malte größtenteils abstrakte Bilder und einige wenige Porträts.

Dietrich Löser (1946-1998), Kunstmaler und Grafiker. Er stammte aus Oedheim und machte bei Nupnau in Heilbronn-Böckingen eine Lithografen-Ausbildung, bevor er Grafikdesign studierte und später bei einer Stuttgarter Agentur sowie als Kunstlehrer an Stuttgarter Gymnasien tätig war.

Walter Maisak (1912-2002), Kunstmaler. Nach Malerlehre in Heilbronn studierte er in Stuttgart und war ab 1937 als freischaffender Künstler tätig. Ab 1950 arbeitete er in der Raumausstatterfirma seines Schwiegervaters Paul Haas mit. Er lebte in Heilbronn-Böckingen.

August O. F. Mayer (1901-1972), Kunstlehrer und Kunstmaler. Er stammte aus Heilbronn und war als Lehrer in der Gegend um Stuttgart, in Aalen und Göppingen tätig. 1968 bezog er ein Atelierhaus in Unterheinriet. Er gehörte der Gruppe Der Rote Reiter sowie dem Künstlerbund Heilbronn an.

Knut Michaelis (1938-2021), Kunstmaler. Er stammte aus Schleswig und ließ sich freischaffend in Heilbronn nieder, hatte seit Atelier ab 1983 in Kochertürn. Mitglied im Künstlerbund Heilbronn.

Alwin Neupert (1905-????), Hobbymaler. Er stammte aus Thüringen, kam nach dem Zweiten Weltkrieg nach Heilbronn und war zuletzt im Justizdienst tätig. Er malte vor allem im Ruhestand.

Josef de Ponte (1922-2006), Maler und Grafiker. Er stammte aus Budakeszi und wurde nach dem Zweiten Weltkrieg aus Ungarn vertrieben. Er kam dadurch nach Heilbronn und lebte ab 1966 in Schwaigern. Entwarf zahlreiche Kirchenfenster.

Hans Reeger (1883-1965), Kunstmaler. Er ließ sich 1919 freischaffend in Talheim bei Heilbronn nieder und zählte 1948 zu den Gründern der Heilbronner Künstlergilde. Er war Ehrenmitglied des Künstlerbundes und Ehrenbürger von Talheim.

Hermann Rombach (1890-1970), Maler und Grafiker. Er stammte aus Heilbronn-Böckingen und war ab 1919 freischaffender Künstler in Bietigheim.

Peter Rommer (1944-2005), Grafiker aus Heilbronn. Er lebte ab etwa 1980 in Weinsberg, war Grafiker bei Allianz-Versicherungen in Stuttgart, hat aber auch abstrakt und seltener gegenständlich gemalt.

A. W. Sauter (1911-1961), Grafiker. Er studierte in Stuttgart und arbeitete ab den 1930er Jahren in Heilbronn, woher seine Mutter stammte. Er schuf Werbegrafiken und vor allem auch Entwürfe für Schaufesntergestaltungen, die mehrfach preisausgezeichnet wurden.

Wilhelm Schäffer (1891-1976), Kunstmaler. Er war ab 1919 freischaffender Künstler, war Gründungsmitglied des Heilbronner Künstlerbundes und der Stauttgarter Sezession, nach dem Zweiten Weltkrieg Gründer und erster Vorsitzender der Künstlergilde Heilbronn. Ab den 1950er Jahren betätigte er sich auch an „Kunst am Bau“.

Peter Jakob Schober (1897-1983), Kunstmaler. Er stammte von der Ostalb und war ab 1937 freischaffend in Stuttgart tätig. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kam er nach Billensbach bei Beilstein und erhielt viele Aufträge für „Kunst am Bau“. Er war Vorsitzender der Stuttgarter Sezession und Mitglied im Künstlerbund Heilbronn.

Else Schwarz-Binder (1914-2000), Kunstmalerin. Die Schwester des Heilbronner Grafikers Gerhard Binder (1912-1997) lebte mit ihrem Mann im benachbarten Talheim und schuf vor allem großformatige futuristische Gemälde im Rahmen der „Kunst am Bau“. Mitglied im Heilbronner Künstlerbund.

Ottmar Stadler, Grafiker. Er war Gestalter und Werbeleiter bei der Heilbronner Silberwarenfabrik Peter Bruckmann & Söhne, experimentierte aber auch privat mit verschiedenen Gestaltungstechniken.

Fritz Steinigeweg (1922-2008) war in den späten 1940er und frühen 1950er Jahren Gebrauchsgrafiker in Heilbronn.

Emil Stickel (1893-1967), Malermeister und Gewerbeschulrat in Heilbronn. Schuf auch Gemälde.

Alfred Straub (1928-2014), Maler und Grafiker. Er war Lithograph bei der Grafischen Kunstanstalt K. W. Schilling in Heilbronn und gab jahrzehntelang Kurse in Aquarellmalerei bei der Heilbronner Volkshochschule.

Lotte Usadel (1900-1981) war Kunstmalerin aus Stettin, die nach dem Zweiten Weltkrieg in Heilbronn lebte. Sie war in der Vorkriegszeit in Stettin als Wand- und Glasmalerin erfolgreich, konnte nach dem Krieg aber nicht mehr kommerziell künstlerisch Fuß fassen.

Bruno Velten (1910-1967), Maler und Grafiker. Er betrieb gemeinsam mit dem Grafiker Gerhard Binder (1912-1997) ein Werbeatelier in Heilbronn, schuf aber auch ein umfangreiches freies künstlerisches Werk.

Albert Volk (1882-1982), Maler, Grafiker und Bildhauer. Er stammte aus Frankfurt am Main und ließ sich 1918 in Weinsberg am Geburtsort seiner Frau nieder, von wo aus er zunächst vor allem Entwürfe für Kriegerdenkmale fertigte. Ab den späten 1920ern hatte er ein Grafik-Atelier in Stuttgart, kehrte nach dessen Zerstörung 1944 aber nach Weinsberg zurück und führte das Atelier seines Schwagers Heinrich Seufferheld (1866-1940) fort. Er wirkte an der Neugründung von Heilbronner Künstlerbund und Kunstvverein mit und war Ausstellungsleiter und Ehrenmitglied beider Institutionen.

Max Kosmas Zahner (1897-1977), Maler und Grafiker. Er war Lithograph bei der Heilbronner lithografischen Anstalt A. Landerer, war aber auch freiberuflich als Kunstmaler tätig.


Neben diesen Heilbronner Künstlern sammeln und forschen wir auch zu Künstlern aus dem Umland, die keinen direkten Bezug zur Stadt Heilbronn und den dort ansässigen Künstlervereinigungen hatten. Bitte beachten Sie deswegen auch unsere Übersicht der von uns gesammelten Künstler A-Z.