Bruno Velten

Der Werbegrafiker Bruno Velten (1910-1967) kam in den 1920er Jahren nach Heilbronn, wo er ab 1948 gemeinsam mit Gerhard Binder (1912-1997) ein Werbe-Atelier unterhielt. Neben zahlreicher Gebrauchsgraphik für private und öffentliche Auftraggeber schuf Velten auch ein umfangreiches freies künstlerisches Werk. Wir verfügen über eine großformatige Heilbronner Straßenszene des Künstlers von 1941.

 

Biographie

Bruno Velten wurde am 27. September 1910 in St. Petersburg geboren. Er besuchte die Domschule in Reval und ab 1921 die Realschule in Heilbronn. Dort machte er eine Tapisserie-Lehre und war ab 1933 Mitarbeiter bei Vorspann-Werbung Dr. Gustav Scherer, zuletzt als Atelierleiter.

Zeichnung einer Regatta im Heilbronner Kanalhafen (Heilbronner Tagblatt, 13. August 1938, S. 8):

Im Zweiten Weltkrieg wurde er zum Kriegsdienst eingezogen, konnte aber 1942/43 während eines Studienurlaubs in Berlin Vorlesungen bei Prof. Hadank und Prof. Karl Kämpf besuchen.

Nach dem Zweiten Weltkrkieg lebte und arbeitete er in Hofen bei Bönnigheim. Gemeinsam mit Gerhard Binder (1912-1997) gründete er außerdem 1948 das Atelier Velten-Binder für freie und Gebrauchsgrafik in Heilbronn. Das Atelier firmierte in der Wilhelmstraße 19.

Velten hat vor allem Gebrauchsgrafik für Industrie, Handel und Verkehrsverbände geschaffen, aber auch Öl- und Aquarellgemälde sowie Sgraffito- und Fassadenfarbe-Bilder im Rahmen der Kunst am Bau. Zu letzteren zählt die Sonnenuhr an der Fassade der 1955/56 erbauten Albrecht-Dürer-Schule in Heilbronn-Neckargartach. Werke Veltens entstanden oft als öffentliche Aufträge oder wurden von der öffentlichen Hand aufgekauft wie z.B. ein Ölgemälde mit der Ansicht von Lauffen am Neckar im Besitz der Städtischen Museen Heilbronn.

In den 1950er Jahren führte ihn eine Reise nach Italien, wo einige aus seinem sonstigen Werk herausragenden mediterranen Landschaftsgemälde entstanden.

1963 bestritt Velten gemeinsam mit Erwin Enderle und Karl Maschauer die Ausstellung “Gäste aus Heilbronn” im Bad Canstatter Kunsthöfle.1

1965/66 entwarf er das Gemeindewappen von Hofen, das bis zur Eingemeindung seines Wohnortes nach Bönnigheim 1972 amtliche Gültigkeit hatte.2

Er starb am 23. September 1967.

 

Werk von Bruno Velten im Bestand der Kunstsammlung Schmelzle:

Johannisgasse in Heilbronn, 80 x 64 cm, Lwd., bez. u. dat. “B. Velten (19)41”, unsere Inv. Nr. 2018.038

 

 

Beispiele für graphische Gestaltungen von Bruno Velten

 

Hasenmahlorden der Stadt Heilbronn

Entwurf: Atelier Velten & Binder, überreicht von 1964 bis 1967 an erstmals am traditionellen städtischen Hasenmahl teilnehmende Gäste.

 

Mappe “Federzeichnungen aus dem schönen alten Heilbronn”

Die Mappe enthielt drei gedruckte Zeichnungen mit Vorkriegsmotiven, die z.T. auch als Postkarten verbreitet wurden.

Quelle: Stadtarchiv Heilbronn3

 

Fremdenverkehrsprospekt “Heilbronn”

Gestaltung: Atelier Velten-Binder 1955

 

Faltblatt “Ihr Begleiter durch Heilbronn”

Gestaltung: Atelier Velten-Binder 1958

 

Faltblatt “Die Burgensstraße”

Entwurf: Atelier Velten-Binder 1958

 

Ausstellungen

  • Gedächtnisausstellung 1968 in Heilbronn
  • Retrospektive Werkschau 2006 im Bönnigheimer Rathaus

 

Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. Eintrag zu Erwin Enderle bei eart.de.
  2. Vor 50 Jahren: Der lange Kampf um das Hofener Wappen. In: Bietigheimer Zeitung vom 13. August 2016.
  3. https://archivsuche.heilbronn.de/plink/e-93480