Friedrich Veyl (1895-1972) war Lehrer in Kirchheim unter Teck. Er war künstlerisch begabt und hinterließ etliche Ansichten seines Wirkungsortes Kirchheim.
Er wurde am 28. Mai 1895 als Bauernsohn in Deckenpfronn im Kreis Calw geboren, besuchte das Lehrerseminar und war zunächst im Volksschuldienst, später im Höheren Lehramt tätig. Seiner künstlerischen Veranlagung folgend besuchte er außerdem die Kunstakademie in Stuttgart, nahm dann jedoch vor Abschluss des Studiums für vier Jahre einen Lehrauftrag an der Deutschen Realschule in Rio de Janeiro an. Zurück in Deutschland unterrichtete er ab 1939 Zeichnen, Rechnen, Erdkunde, Biologie und Sport an der Oberschule in Kirchheim unter Teck. Veyl diente in beiden Weltkriegen als Frontsoldat und wurde aufgrund seiner Zugehörigkeit zur NSDAP nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst seiner schulischen Stellung enthoben.1 Nach abgeschlossener Entnazifizierung wurde er wieder in den Schuldienst übernommen,2 so dass er noch bis zum Ruhestand 1962 weiter an der Kirchheimer Oberschule lehrte. Im Rentenalter leitete er eine Alters-Wandergruppe des Schwäbischen Albvereins. Er starb am 13. April 1972 in Kirchheim unter Teck.3
Als künstlerisches Werk von Friedrich Veyl sind hauptsächlich Lithographien mit Ansichten von Kirchheim und anderen Orten überliefert.
Werke in der Kunstsammlung Schmelzle

Inv. Nr. 0000.066: Schlossgraben in Kirchheim unter Teck, handkolorierte Lithografie, 27 x 23 cm

Inv. Nr. 0000.067: Ansicht von Kirchheim unter Teck, handkolorierte Lithografie, 23 x 17 cm
Weitere nachweisbare Werke

Max-Eyth-Straße in Kirchheim unter Teck, handkolorierte Lithografie, gesehen im Kunsthandel.

Max-Eyth-Straße in Kirchheim unter Teck, s/w-Lithografie.4

Dorfansicht aus dem Allgäu, Aquarell, signiert „F. Veyl“. Privatbesitz.5

Blick auf den Weißen Turm und den Hafen von Thessaloniki, aus einer Reihe von 1941 während Veyls Zeit als Frontsoldat entstandenen Ansichten der Stadt.6

Hafenpartie in Thessaloniki, aus einer Reihe von 1941 während Veyls Zeit als Frontsoldat entstandenen Ansichten der Stadt.7

Blick zur Akropolis von Thessaloniki, aus einer Reihe von 1941 während Veyls Zeit als Frontsoldat entstandenen Ansichten der Stadt.8
Einzelnachweise
- Stadtarchiv Kirchheim unter Teck, Archivbestand C 658.
- Stadtarchiv Kirchheim unter Teck, Archivbestand C 659.
- Für die Angaben zur Biografie von Friedrich Veyl danken wir herzlich Eva Diehl vom Stadtarchiv Kirchheim unter Teck, die uns im September 2022 die Lebensdaten des Künstlers sowie einen Ausschnitt aus dem Teckboten mit einer kurzen Würdigung des Jubilars zu Friedrich Veyls 75. Geburtstag 1970 übermittelt hat.
- Frdl. Mitteilung von Hansjörg Dilger, Januar 2026.
- Frdl. Mitteilung von Uli Krüger, Februar 2025.
- Frdl. Mitteilung von Hansjörg Dilger, Dezember 2025. Seine Eltern haben drei Motive aus Thessaloniki noch von Frau Veyl erhalten.
- Frdl. Mitteilung von Hansjörg Dilger, Dezember 2025.
- Frdl. Mitteilung von Hansjörg Dilger, Januar 2026.