Hermann Andresen (1884-1966) stammte aus Husum, war ab 1907 in Heilbronn, wo er Zeichenunterricht bei Walther Eberbach nahm, und studierte ab 1909 in Stuttgart, wo er sich als Maler niederließ. Nach dem Zweiten Weltkrieg lebte und arbeitete er in Lauffen am Neckar.
Leben
Er wurde am 29. Juni 1884 in Husum geboren und besuchte dort auch die Schule. Nach einer Malerlehre in Malente-Gremsmühlen besuchte er auf Wunsch des Vaters die Malerschule für dekorative Malerei in Buxtehude. Während der anschließenden Wanderjahre kam er 1907 nach Heilbronn, wo er Zeichenunterricht bei Prof. Walther Eberbach nahm. 1909 zog er nach Stuttgart und studierte an der Akademie der bildenden Künste bei den Professoren Landenberger, Eckner und Waldschmid. Am Ersten Weltkrieg nahm er im Feld teil, 1917/18 als Mitarbeiter der Liller Kriegszeitung.1
Seit dem Ende seines Studiums war er in Stuttgart als Maler und Grafiker tätig. Er beteiligte sich gelegentlich an Ausstellungen (u.a. im Württembergischen Kunstverein 19142 und an der „Schwäbischen Kunstausstellung“ in Crailsheim 19233) und fand auch in der Kunstliteratur Erwähnung,4 aber scheint in seiner Stuttgarter Zeit nie selbstständiger Kunstmaler gewesen zu sein, denn er war viele Jahre für das Stuttgarter Malergeschäft Bernhard Weber Witwe tätig. 1937 beging er dort sein 25-jähriges Jubiläum.5 In den 1920er Jahren lebte er in Stuttgart in der Hasenbergstraße 41.6 Ab Mitte der 1930er Jahre bis zum letzten vor der Zerstörung der Stadt erschienen Adressbuch von 1943 ist er in der Rotebühlstraße 67 verzeichnet.7
Im Zweiten Weltkrieg wurde Andresen in Stuttgart ausgebombt und kam 1944 als Evakuierter nach Lauffen am Neckar, wo er eine neue Bleibe fand und bis zu seinem Tod 1966 lebte. Beim Umzug nach Lauffen bereits 60 Jahre alt, scheint er dort wohl nur noch als freischaffender Kunstmaler tätig gewesen zu sein. Ab den späten 1940er Jahren veranstaltete er jährlich eine Weihnachtsausstellung im Ratssaal des Rathauses.

In Lauffen schuf er zahlreiche Ansichten des Ortes, aber auch die heute noch im Chor der Regiswindiskirche befindlichen Kopien des fünf Bilder umfassenden Zyklus aus dem Regiswindisleben.
Die Gemeinde Nellingen erwarb 1954 zwei Bilder des Malers (Motive: Klostermauer und Kirchweih).8

Anlässlich seines 50. Todestags fand im Sommer 2016 eine Ausstellung mit Werken von Andresen im Lauffener Museum im Klosterhof statt.
Werk in der Kunstsammlung Schmelzle
Inv. Nr. 2026.003: Lichtdurchfluteter Waldweg
Sonstige nachweisbare Werke














Einzelnachweise
- Er malt Motive seiner Heimat – Kunstmaler Andresen wird heute 80 Jahre alt, in: Neckar-Echo vom 29. Juni 1964.
- Aus Stuttgart, in: Süddeutsche Zeitung, 30. März 1914, S. 3.
- Stuttgarter neues Tagblatt, 29. März 1923, S. 2.
- J. F. Häuselmann: 25 Jahre schwäbische Kunst, in: Die Rheinlande: Vierteljahresschrift des Verbandes der Kunstfreunde in den Ländern am Rhein, 27. Jg, 1917, Heft 1, S. 1-16, hier S. 12.
- Persönliches, in: Stuttgarter Neues Tagblatt, Sa./So. 30./31. Januar 1937, Abendausgabe, S. 6. Inhaber Bernhard Weber war während des Ersten Weltkriegs im Lazarett gestorben, seine Witwe Marie Weber hat den Betrieb weitergeführt.
- Handbuch des Kunstmarktes, Berlin 1926, S. 688.
- Adreßbuch der Stadt der Auslandsdeutschen Stuttgart 1943, Stuttgart 1943, Seite II, 10.
- Stadtarchiv Ostfildern, Bestand NA 275. Der Gemeinderat stimmte dem Ankauf beider Bilder aus dem Besitz des verrenteten Stuttgarter Bankdirektors Hugo Hoffmann für zusammen 250 DM am 10. November 1954 zu. Das Gemälde „Kirchweih“ wurde 1971 noch im Heimatbuch der Gemeinde Nellingen abgebildet, der weitere Verbleib beider Bilder ist jedoch unbekannt. Wir danken Archivar Jochen Bender vom Stadtarchiv Ostfildern für Recherchen und freundliche Auskünfte.
