Robert Mezger

Robert Mezger (1913-1991) war Grafiker in Flein. Er schuf ab 1978 eine große Zahl naiver Gemälde mit Motiven aus Flein und Heilbronn.

Leben

Er stammte aus Ottmarsheim,1 wo er am 20. Dezember 1913 geboren wurde. Nach der Schule erlernte er das Malerhandwerk. In den 1930er Jahren absolvierte er eine dreijährige Ausbildung zum Grafiker an der Stuttgarter Kunstgewerbeschule.

Entwurf für Verpackungsmaterial aus Mezgers Ausbildungszeit in den 1930er Jahren. (Original im Besitz der Nachkommen des Malers.)
Gestaltungsstudie für RLB-Annoncen, 1930er Jahre. (Original im Besitz der Nachkommen des Malers.)
Gestaltungsstudie für KDF-Annoncen, 1930er Jahre. (Original im Besitz der Nachkommen des Malers.)
KDF-Plakatentwurf, 1930er Jahre. (Original im Besitz der Nachkommen des Malers.)
Produktillustration, 1930er Jahre. (Original im Besitz der Nachkommen des Malers.)

Von 1939 bis 1945 war er als Soldat in Russland und Italien. Bei Kämpfen in Italien war er mehrere Tage verschüttet. Nach der Rückkehr aus englischer Kriegsgefangenschaft in Lüneburg arbeitete er bis etwa 1951 als Grafiker bei Fa. Scherer in Flein und danach als Schriftenmaler bei den US-Streitkräften, die in der Gegend von Heilbronn zahlreiche Einrichtungen unterhielten.

Er lebte im Fleiner „Kornhaus“ von 1595, das die Vorfahren seiner Ehefrau besessen hatten.

Ab den 1960er Jahren stellte sich bei dem Künstler möglicherweise als Spätfolge seiner traumatischen Kriegserlebnisse eine Parkinson-Erkrankung ein, in deren Folge er schließlich seine berufliche Tätigkeit aufgeben musste. Da er das von seiner Erkrankung verursachte Zittern am ehesten bei konzentrierter künstlerischer Arbeit unter Kontrolle halten konnte, wurde nach dem Tod seiner Frau 1978 die therapeutische Malerei naiver Ansichten aus Flein und Heilbronn zu seinem Lebensinhalt. Seine Motive fand er nicht mehr unbedingt in der Natur, sondern auch auf alten Fotos und in Büchern. Es entstanden Zeichnungen, Linolschnitte, Aquarelle und Temperabilder mit Ortsansichten, mit Winzer- und Wintermotiven und mit humorvollen Karikaturen. Er soll praktisch täglich gemalt haben. Die Anzahl seiner Bilder geht in die Hunderte und machte ihn in der Region bekannt.

Einige charakteristische Ortsansichten aus Flein und Heilbronn ließ Mezger als Grußkarten drucken, die er in Eigenregie vertrieb. Später kamen auch größere Drucke farbiger Motive hinzu.

Grußkarte mit Motiv der Kirchbrunnenstraße in Heilbronn.
Motiv aus der Schäfergasse im alten Heilbronn, Druck nach Originalzeichnung von Robert Mezger.
Grußkarte mit farbigem Wintermotiv aus Flein.

Seine erste Einzelausstellung bestritt Mezger 1983 in der Fleiner Bank. Weitere Ausstellungen folgten 1988 und 1989 im Fleiner Rathaus. Außerdem stellte Robert Mezger jährlich mit den Fleiner Hobbykünstlern aus.

Ausstellungsplakat von Mezgers erster Einzelausstellung in Flein 1983.
Der Fleiner Bürgermeister Klaus Demal mit Robert Mezger bei einer von dessen Ausstellungen im Fleiner Rathaus 1988/89.

Robert Mezger starb am 24. November 1991 an den Folgen seiner Parkinson-Erkrankung.2

2005 war nochmals eine große Zahl seiner Bilder bei einer posthumen Ausstellung im Fleiner Rathausfoyer zu sehen.3 Der Fleiner Heimatverein, der zahlreiche Bilder aus dem künstlerischen Nachlass übernommen hat, macht bei seinen Veranstaltungen immer wieder Bilder des Künstlers zugänglich.

Werke in der Kunstsammlung Schmelzle

Inv. Nr. 2026.008: Kaiserstraße und Marktplatz in Heilbronn
Inv. Nr. 2026.009: Sülmerstraße in Heilbronn
Inv. Nr. 2026.010: Kilianskirche in Heilbronn

Einzelnachweise

  1. Zu Mezgers Vorfahren siehe https://ancestors.familysearch.org/en/9WZ1-YWV/friedrich-paul-mezger-1886-1957
  2. Wir danken der Tochter des Malers, Frau Ursula Widder in Flein, für die freundliche Unterstützung bei unserer Recherche sowie für die großzügige Überlassung von drei Originalgemälden von Robert Mezger im Februar 2026.
  3. Hans-Ulrich Köhler: Die Malerei war Trost und Lebens-Inhalt, in: Heilbronner Stimme, 22. Februar 2005.