Georg Hoffmann sen.

Georg Hoffmann sen. war Kunstmaler aus Stuttgart. Die genauen Lebensdaten des Malers sind bislang nicht bekannt. Seinem belegbaren Lebensweg folgend, dürfte Georg Hoffmann aber kurz nach 1860 geboren sein und starb wohl Ende 1936 oder Anfang 1937. Allerdings hat es sein gleichnamiger und ebenfalls in Stuttgart tätiger Sohn Georg Hoffmann jun. (1891-1975) ins Schwäbische Künstlerlexikon und in Vollmers Künstlerlexikon geschafft, so dass im Kunsthandel die Werke des Vaters oft irrtümlich dem als Werbegrafiker bekannt gewordenen Sohn zugeschrieben werden.

Leben

Georg Hoffmann, Maler, erscheint erstmals 1888 in den Stuttgarter Adressbüchern. Er wohnte damals in der Rotebühlstr. 63 (3. OG).1 Ab 1889 lebte er in der Silberburgstraße 145 (3. OG).2 1891 war er in der Schwabstraße 56 (3. OG) gemeldet.3

Am 23. April 1891 wurde Sohn Georg geboren.4

Ab 1893 lebte die Familie in der Guttenbergstraße 57 (4. OG).5 Ab 1900 erscheint Georg Hoffmann in der Rotebühlstraße 89 (3. OG),6 wo er bis 1905 gemeldet ist.

Von 1906 bis 1912 ist Hoffmann nicht in den Stuttgarter Adressbüchern zu finden. Seine Bilder aus dieser Zeit tragen bei der Signatur meist den Zusatz “Salon” oder “Salon Ludwigsburg”. Dies gibt möglicherweise einen Hinweis darauf, dass er in jener Zeit im Weiler Salon bei Ludwigsburg,7 dort evtl. sogar im Männerheim Salon lebte.

Ab 1913 wird Georg Hoffmann wieder in den Stuttgarter Adressbüchern genannt. Er lebte damals in der Reinsburgstr. 160 (Parterre).8 1915 nennen ihn die Adressbücher dort erstmals „Georg sen.“ , obwohl der Junior noch nicht erwähnt wird.9 Ab ungefähr jener Zeit signierte er auch mit „G. Hoffmann sen.“.

1916 lebte Georg sen. weiter in der Reinsburgstr. 160, Georg jun. wird in der Vogelsangstraße 29 (3. OG) und sein Atelier in der Reuchlinstraße 26 (5. OG). genannt10 1917 sind beide Maler nur an ihren Wohnadressen gelistet.11

1918 wohnte Georg Hoffmann sen. in der Wilhelm-Raabe-Str. 13 (1. OG), der Sohn weiter in der Vogelsangstraße.12 1920 wird der alte Kunstmaler in der Wilhelm-Raabe-Str. 13 im 1. OG genannt, sein Sohn in der Lenzhalde 74 (2. OG) mit dem Hinweis auf sein Büro für „Entwürfe für neuzeitl. Reklame u. Buchausstattung“ in der Rotebühlstr. 43 (OG).13 1925 wird der  Sohn nur noch in der Lenzhalde gelistet.

Im Stuttgarter Adressbuch von 1926 wird Georg Hoffmann sen. als Kunstmaler in der Wilhelm-Raabe-Str. 13 im 1. OG genannt, sein Sohn in der Vaihinger Straße 62/2 (2. OG) in Botnang.14 Dabei bleibt es bis 1937.15 1938 wird nur noch der Sohn in der Vaihinger Str. 62/2 genannt.16

Da der Redaktionsschluss der Adressbücher jeweils im Oktober des Vorjahres war, dürfte Georg Hoffmann sen. zwischen Oktober 1936 und Oktober 1937 verstorben sein.

Ab 1941 wird der Sohn in der Oberwiesenstr. 31 (EG) in Sillenbuch genannt,17 wo er auch noch 1943 (letztes digitalisiertes Adressbuch) lebte.18 Georg Hoffmann jun. war verheiratet (mit Elsa Ilona Hoffmann), sein Nachlass befindet sich im Stadtarchiv Stuttgart.

Werke in der Kunstsammlung Schmelzle

Fuchs, dat. 1911 (Inv. Nr. 2018.052)

  

Landschaft mit Wildbach, dat. 1912 (Inv. Nr. 2018.053)

Landschaft mit Feldweg (Inv. Nr. 2018.054)

Werke in Privatbesitz und im Kunsthandel

Edelmann, Holz, signiert “G. Hoffmann Stuttg. 18/89”19

Schloss und Rhonebrücke bei Saint Maurice, 33 x 44 cm, Faserplatte, signiert und datiert 189420

Bildnispaar, je 76,5 x 59 cm, Lwd., signiert “G. Hoffmann Stuttgart 1906 Salon Ludwigsburg”21

Signaturdetail:

Hirsch im Gebirge, 78 x 61 cm, Lwd. signiert “G. Hoffmann 1906 Salon Ludwigsburg”

Landeck mit Silberspitze, Nordtiroler Kalkalpen, 95 x 130 cm, Lwd., unten links signiert “G. Hoffmann sen. Salon Ludwigsburg 1908”22

Prostender Mönch, 37 x 30 cm, Lwd., signiert “G. Hoffmann 1908 Salon”23

Trinkender Mönch, 22 x 29,5 cm, Lwd., signiert “G. Hoffmann 1908”24

Sonnenuntergang, 43 x 60 cm, Lwd., signiert “G. Hoffmann. Salon. 1911”25

Flusslandschaft,76 x 56 cm, Lwd., signiert “G. Hoffmann. Salon. 1911”, Privatbesitz

Flusslandschaft, 56 x 76 cm, Lwd., signiert und datiert “G. Hoffmann, Stuttgart 1912”26

Herrenporträt, 19 x 13 cm, Holz, signiert “G. Hoffmann Stuttg. 1916”27

Herrenporträt, signiert “G. Hoffmann. sen. Stuttg. 1916”, Privatbesitz

 

Fuchs in Winterlandschaft, ca. 30 x 40 cm, signiert und datiert “G. Hoffmann. Sen. Stuttg. 1924”, Privatbesitz

Goldabenddämmerung an der Enz bei Bietigheim, 27 x 20 cm, auf Holz, signiert “G. Hoffmann. 1926”28

Wildbach und Berglandschaft bei Graubünden, 35,5 x 28,5 cm, Karton, signiert “G. Hoffmann. sen. 1930”29

Signaturdetail:

Anmerkungen und Einzelnachweise

 

  1. Adressbuch Stuttgart 1888.
  2. Adressbuch Stuttgart 1889.
  3. Adressbuch Stuttgart 1891.
  4. Geburtsdatum aus Spruchkammerakten, Landesarchiv Baden-Württemberg, Bestand EL 902/20 Bü 96657.
  5. Adressbuch Stuttgart 1893.
  6. Adressbuch Stuttgart 1900.
  7. Salon ist heute Teil der Karlshöhe in Ludwigsburg.
  8. Adressbuch Stuttgart 1913
  9. Adressbuch Stuttgart 1915.
  10. Adressbuch Stuttgart 1916.
  11. Adressbuch Stuttgart 1917.
  12. Adressbuch Stuttgart 1918.
  13. Adressbuch Stuttgart 1920.
  14. Adressbuch Stuttgart 1926.
  15. Stuttgarter Adressbuch 1937.
  16. Adressbuch Stuttgart 1938.
  17. Adressbuch Stuttgart 1941.
  18. Adressbuch Stuttgart 1943.
  19. Versteigert bei Auktionshaus von Brühl, Stuttgart, 3. Dezember 2015, Lot 327750, Zuschlag: 100 EUR. Bei der Auktion trotz der Datierung 1889 dem Sohn zugeschrieben, der damals noch gar nicht lebte.
  20. Versteigert bei Siebers Auktionen, Stuttgart, 23. Februar 2017, Lot 2698.
  21. Verkauft bei Mehlis-Auktionen, Plauen, 18. November 2017, Lot 4323, Limit 180 EUR, Zuschlag 260 EUR.
  22. Im Angebot des Innsbrucker Kunst- und Auktionshauses Schönpflug für 1250 EUR.
  23. Im Herbst 2018 im Angebot von Antikhändler Markus Bach aus 52169 Roetgen  bei ebay.de, Artikelnummer 113339569283.
  24. Im Herbst 2018 im Angebot von Antikhändler Markus Bach aus 52169 Roetgen  bei ebay.de, Artikelnummer 361496428060.
  25. Angeboten bei Ebay im Herbst 2018 von Antikhändler Philip Daiß aus 73116 Wäschenbeuren, Artikelnummer 152956029437.
  26. Im Angebot von Antiquariat Bernd Braun, Gengenbach, online bei booklooker.de
  27. Angeboten bei Richter & Kafitz in Bamberg, wahrscheinlich Auktion vom 25. November 2006
  28. Im Januar 2019 angeboten bei ebay, Artikelnr. 273665839882, von einem angebl. Privatverkäufer (ca. 1600 Bewertungen) aus Sindelfingen, fälschlicherweise dem Sohn zugeschrieben und für 90 Euro verkauft.
  29. Verkauft bei Catawiki, September 2018, Anbieter aus Deutschland, Zuschlag für 87 Euro.